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Verdeckte Gewinnausschüttung

Bei Betriebsprüfungen von Kapitalgesellschaften ist die sogenannte verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) immer ein zentrales Thema. Dabei geht es um nicht marktübliche Vermögensverlagerungen zwischen der Gesellschaft und ihren Gesellschaftern, die bei Aufdeckung durch die Prüfer zu saftigen Steuernachzahlungen führen können. Verdeckte Gewinnausschüttungen sind also Zuwendungen der Gesellschaft an ihre Gesellschafter, die unangemessen sind und einem Fremdvergleich nicht standhalten würden. Ein gewissenhafter Geschäftsführer würde sie einem Nichtgesellschafter nicht gewähren. Sie mindern nach in § 8 Abs. 3 Körperschaftsteuergesetz (KStG) nicht das Einkommen.

Typische Fälle der vGA

  • Gesellschafter-Geschäftsführer erhalten ein zu hohes, marktunübliches Gehalt.
  • Gesellschafter verkaufen an die Gesellschaft Wirtschaftsgüter zu überhöhten Preisen. Oder andersherum: Die Gesellschaft verkauft an die Gesellschafter ein zu einem nicht marktüblichen niedrigen  Preis.
  • Gesellschafter erhalten von ihrer Gesellschaft Kredite oder vergeben Darlehen zu nicht marktüblichen Konditionen.
  • Miet- und Pachtverträge innerhalb eines Konzerns werden zu nicht marktüblichen Bedingungen abgeschlossen.

Bei marktbeherrschenden Gesellschaftern und Gesellschaftern, die mit anderen Anteilseignern gleichgerichtete Interessen verfolgen, können sogar Zuwendungen als verdeckte Gewinnausschüttungen deklariert werden, wenn sie marktüblich sind. Das ist nach herrschender Rechtsprechung dann der Fall, wenn im Voraus keine zivilrechtlich wirksamen, klaren und eindeutigen Vereinbarungen abgeschlossen sind, ob und in welcher Höhe ein Entgelt für eine Leistung des Gesellschafters zu zahlen ist. Mit dieser strikten Formalisierung sollen beherrschungsbedingte Gewinnmanipulationen vermieden werden.

So sollten Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer z. B. auch darauf achten, dass die Nutzung eines Firmenwagens in Ihrem Arbeitsvertrag geregelt ist.

Rechtsfolgen der vGA

  • Gesellschaftsebene: Wird eine vGA festgestellt, erhöht sich bei der Gesellschaft das Einkommen, das dann der Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer unterliegt. Ist die verdeckte Gewinnausschüttung tatsächlich aus der Gesellschaft abgeflossen und liegt keine Einlagenrückgewähr vor, so muss die Gesellschaft zusätzlich zulasten des Gesellschafters Kapitalertragssteuern in Höhe von 25 Prozent der vGA zahlen.
  • Gesellschafterebene: Hält der Gesellschafter die Anteile in seinem Privatvermögen, unterliegt die vGA als Kapitalertrag der 25-prozentigen Abgeltungssteuer. Werbungskosten können nicht abgezogen werden. Alternativ kann er, sofern er mindestens 25 Prozent oder bei beruflicher Tätigkeit in der Gesellschaft mindestens 1 Prozent der Anteile hält, eine Besteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren wählen. Danach sind nur 60 Prozent der VGA zu versteuern.

Veröffentlicht durch: Dipl. oec. Marco Reimann, Wirtschaftsprüfer

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