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Geschäftsführergehalt – Was ist angemessen?

GmbH-Gesellschafter haben zwei Möglichkeiten, Geld aus ihrer Gesellschaft zu erhalten: entweder als Ausschüttung von Gewinnen oder als Gehalt bei einer Anstellung als Geschäftsführer. Die Gehaltsvariante ist dabei steuerlich günstiger, weshalb es in der Frage des angemessenen Geschäftsführergehaltes auch immer wieder Streit mit den Finanzämtern gibt. Wird bei einer Betriebsprüfung die Unangemessenheit festgestellt, kann das zu viel gezahlte Gehalt als verdeckte Gewinnausschüttung qualifiziert und nicht mehr als steuermindernde Betriebsausgabe anerkannt werden. Der zu versteuernde Gewinn wird dann erhöht und eine Körperschaftssteuernachzahlung fällig.

Steuerliche Belastung

Gewinne der GmbH, die in der Gesellschaft als Rücklage verbleiben, werden seit der Unternehmenssteuerreform 2008 mit nur rund 30 Prozent versteuert. Werden die Gewinne jedoch an die Gesellschafter ausgeschüttet, sind rund 48 Prozent Steuern (Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und Abgeltungssteuer) fällig. Dagegen sind Geschäftsführergehälter bis 250.000 Euro pro Jahr (500.000 Euro für Verheiratete) in der Spitze mit maximal 42 Prozent zu versteuern, darüber mit maximal 45 Prozent. Für Gesellschafter-Geschäftsführer ist daher ein höheres Gehalt sinnvoller als eine Ausschüttung.

Angemessenheit

Dem Finanzamt entgeht bei dieser Praxis jedoch ein Teil der Steuer, weshalb es immer wieder zum Streit über die Angemessenheit eines Geschäftsführergehaltes kommt. Generelle Voraussetzung für die Anerkennung des Gehalts ist aber zunächst, dass ein wirksamer und ernsthafter Arbeitsvertrag vorliegt. Die Schriftform ist zwar rechtlich nicht vorgeschrieben, erleichtert aber eine spätere Beweisführung.

Die Angemessenheit eines Geschäftsführergehaltes richtet sich nach der Branche und dem Umsatz des Unternehmens. Generell muss das Gehalt einem Fremdvergleich standhalten und marktüblich sein. Zur Orientierung gibt es entsprechende Gehaltsstudien mit Vergleichswerten.

Gehaltsbestandteile

Betriebsprüfer beurteilen die Angemessenheit der Leistungen einer GmbH an ihre Gesellschafter-Geschäftsführer als Gesamtpaket, z. B. Festgehalt mit Überstundenvergütung, Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, variable Gehaltsbestandteile wie Tantiemen und Gratifikationen, Zahlungen in die betriebliche Altersversorgung, Sachbezüge wie Firmenfahrzeug und Wohnungen, Ausrichtung privater Feiern auf Firmenkosten sowie Preisnachlässe jeglicher Art.

Experten schätzen, dass es 2011 bei rund 100.000 geprüften GmbHs zu Beanstandungen gekommen ist. Überprüfen Sie daher mit Ihrem Steuerberater die Angemessenheit Ihres Gehalts und mögliche Optimierungsansätze.

Veröffentlicht durch: Dipl. oec. Marco Reimann, Wirtschaftsprüfer

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