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Spenden und Sponsoring

Kaum ein Unternehmen kommt in der heutigen Zeit mit den vielen hart umkämpften Märkten ohne Marketing wie Sponsoring, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Vertrieb aus. Professionelles Marketing kostet Geld. Da es immer wieder auch Grauzonen mit Missbrauchsfällen gibt, schaut sich das Finanzamt bei Betriebsprüfungen besonders gerne die Werbeausgaben an.

Spenden (ohne Gegenleistung)

Viele Unternehmen und Selbstständige spenden Geld an soziale Organisationen, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Manchmal wollen sie noch nicht einmal als Spender in Erscheinung treten. Spender können aber auch „freiwillig“ offen und prominent genannt werden. Dann ist es ein gezielt eingesetztes Marketinginstrument. Spenden sind als Betriebsausgaben steuerlich nur dann abzugsfähig, wenn sie an Organisationen gehen, die gemäß §§ 52-54 AO steuerbegünstigt sind und vom Finanzamt anerkannt wurden. Die Zuwendungen müssen für die steuerbergünstigten Zwecke verwendet werden und dürfen nicht für den Geschäftsbetrieb eines Vereins, z. B. die Renovierung der Vereinsgaststätte, einsetzt werden.

  • Kapitalgesellschaften können Spenden als Betriebsausgaben ansetzen, allerdings nur maximal 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte oder vier Promille der Umsätze und Löhne. Der Gesamtbetrag der Einkünfte ist vereinfacht der Gewinn vor Steuern zuzüglich nichtabzugsfähiger Betriebsausgaben. Ist eine Spende im laufenden Jahr nicht voll abzugsfähig, kann der Restbetrag auf das kommende Geschäftsjahr vorgetragen werden (Spendenvortrag).
  • Bei Einzelunternehmern oder Mitunternehmern von Personengesellschaften können Spenden nur als Sonderausgaben in der persönlichen Einkommensteuererklärung abgesetzt werden. In der Gesellschaft sind es nicht abzugsfähige Betriebsausgaben. Die Obergrenzen für Kapitalgesellschaften gelten auch hier.

Sponsoring (mit Gegenleistung)

Im Gegensatz zur Spende ist Sponsoring mit einer werblichen Gegenleistung (einem wirtschaftlichen Vorteil) verbunden. Ein Unternehmen zahlt einen Betrag X und erhält dafür z. B. Bandenwerbung, Anzeigen oder Trikotwerbung. Aufwendungen für Sponsoring sind als Betriebsausgaben voll steuerlich abzugsfähig. Ob die Sponsoring-Vereinbarungen zweckmäßig oder üblich sind, prüft das Finanzamt nicht. Die Zahlungen sollten aber in einem vernünftigen Verhältnis zu den erhaltenen wirtschaftlichen Vorteilen stehen.

Weitere Marketingmaßnahmen

Andere Marketingaufwendungen sind differenziert zu betrachten. Broschüren, Anzeigen, Radio- oder TV-Spots sind z. B. sofort abzugsfähige Betriebsausgaben. Eine extern erstellte Website ist dagegen mit den Herstellungskosten als immaterielles Anlagegut zu aktivieren und über 5 bis 8 Jahre linear abzuschreiben. Eine von eigenen Mitarbeitern erstelle Homepage kann dagegen in der Steuerbilanz nicht aktiviert werden.

Veröffentlicht durch: Dipl. oec. Marco Reimann, Wirtschaftsprüfer

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