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Geschenke an Geschäftskunden

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft! Doch in der Vergangenheit war die Freude schnell vorbei, wenn das Finanzamt vom Beschenken nachträglich Steuern verlangte. Nun hat die Finanzverwaltung eingelenkt und die vereinfachten Vorschriften, die bislang für Aufmerksamkeiten bis zu 40 Euro für Mitarbeiter gelten, auch auf Geschäftsfreunde, Kunden und Lieferanten erweitert.

Geschenke an Mitarbeiter

Kleine Geschenke und Sachzuwendungen an Mitarbeiter bleiben für Arbeitnehmer bis zu einem Wert von 40 Euro steuerfrei. Diese sogenannten Aufmerksamkeiten werden im gesellschaftsüblichen Rahmen erbracht und führen zu keiner nennenswerten Bereicherung (Geburtstagsblumen, Pralinen) beim Beschenkten. Als Arbeitgeber können Sie Geschenke unbegrenzt als Betriebsausgaben abziehen.

Geschenke an Geschäftspartner

Als Betriebsausgabe können Sie Streuwerbeartikel unter 10 Euro und betrieblich veranlasste Geschenke bis 35 Euro zzgl. MwSt. pro Empfänger und Jahr steuerlich absetzen. Geschenke im Wert über 35 Euro berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug und können in voller Höhe auch nicht als Aufwand geltend gemacht werden. Grundsätzlich sind Geschenke an Geschäftspartner nur dann eine Betriebsausgabe, wenn sie geschäftlich veranlasst sind. Auf Seiten des Beschenkten handelt es sich bei einem Geschenk um eine Zuwendung aus beruflichem Anlass, die zu versteuern ist.

Finanzverwaltung lenkt ein

Da wohl nur wenige solche Geschenke versteuert haben, führte der Gesetzgeber im Jahr 2008 die Möglichkeiten der Pauschalversteuerung ein, die auch für Geschenke von unter 40 Euro galt. Aus Vereinfachungsgründen wurden die Regelungen für Aufmerksamkeiten an Geschäftsfreunde, Kunden und Lieferanten nun neu gefasst. Die Sachgeschenke aus einem besonderen persönlichen Anlass werden gleichgesetzt mit den Aufmerksamkeiten für Mitarbeiter bis maximal 40 Euro. Das bedeutet, dass auf Geschäftskundengeschenke bis zum Wert von 40 Euro Bruttowert (35 Euro Nettowert) keine Pauschalsteuer anfällt. Bei einem Unternehmer ohne Vorsteuerabzug darf der Bruttowert des Geschenks die Grenze von 35 € nicht übersteigen.

Pauschalbesteuerung

Die Pauschalbesteuerung ermöglicht, dass Sie Ihren Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten nicht nur das Geschenk im Wert über 40 Euro, sondern auch die fällige Steuer schenken können.

  • Höhe: Die Pauschalbesteuerung von Sachgeschenken beträgt 30% plus Solidaritätszuschlag (5,5%) und Kirchensteuer. Sie ist bei der Lohnsteueranmeldung abzugeben. Damit entlasten Sie Ihre Kunden von lästiger Bürokratie. Für Ihre Kunden bedeutet die Pauschalbesteuerung auch eine Ersparnis, denn ihre Steuersätze erreichen in der Regel den Spitzensatz von 45%.
  • Grenze: Pro Empfänger darf der jährliche Wert aller Sachzuwendungen inklusive Mehrwertsteuer nicht über 10.000 Euro liegen. Wird die Grenze überschritten, können Sie die Pauschalbesteuerung nicht anwenden. Ihre Kunden können die Differenz allerdings zuzahlen, um den Gesamtwert wieder unter 10.000 Euro brutto zu reduzieren.
  • Die oben beschriebene Verfügung gilt rückwirkend. Ihr Steuerberater berät Sie, wie Sie Ihr Geld zurückerhalten können, wenn Sie in solchen Fällen bereits eine Pauschalversteuerung angemeldet haben.

    Veröffentlicht durch: Dipl. oec. Marco Reimann, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer

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