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Stolpersteine bei der Umsatzsteuerprüfung vermeiden

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug das Umsatzsteueraufkommen 2013 rund 148 Milliarden Euro. Das sind 26 % der gesamten deutschen Steuereinnahmen von 570 Milliarden Euro. Da verwundert es nicht, dass die Finanzämter gerne die Umsatzsteuererklärungen der Unternehmen prüfen.

Stolpersteine

  • Rechnung: Unternehmen erhalten die in den Rechnungen ihrer Lieferanten enthaltene Umsatzsteuer vom Finanzamt nur dann erstattet, wenn eine Rechnung mit Umsatzsteuerausweis vorliegt. Rechnungen sind immer zehn Jahre aufzubewahren. Wichtig ist auch, dass die Rechnung korrekt ist. So monieren Betriebsprüfer gerne den Vorsteuerabzug, wenn die Steuernummer und der Name des Rechnungsempfängers nicht korrekt sind. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs ist ein unvollständiger Name jedoch nicht schädlich (BFH, Az. V B 26/96). Steht als Rechnungsempfänger GmbH statt beispielsweise GmbH & Co. KG, so darf der Vorsteuerabzug nicht gekürzt werden. Anders sieht es aus, wenn unter der gleichen Anschrift zwei Unternehmen mit gleichlautender Firmierung sitzen, die sich lediglich in der Rechtsform (GmbH und GmbH + Co. KG) unterscheiden. Auch ist es dem Rechnungsempfänger nicht zuzumuten, die Richtigkeit der Steuernummer seines Lieferanten zu prüfen. Ausnahme besteht allerdings dann, wenn die Steuernummer „offensichtlich“ falsch ist, da sie beispielsweise vom üblichen Format einer deutschen Steuernummer abweicht. Die Folge ist kein Vorsteuerabzug (Bundesfinanzhof, Urteil vom 2.9.2012, Az.: V R 55/09).
  • Scheinunternehmer: Nicht zulässig ist der Vorsteuerabzug, wenn der Lieferant seine Rechnung nur zum Schein ausgestellt und keine Leistung erbracht hat.
  • Leistungsbeschreibung: Bei einigen Steuerprüfern kann eine zu ungenaue Beschreibung der abgerechneten Leistungen zu einem Verlust des Vorsteuerabzugs führen. Präzisieren Sie daher am besten Ihre Leistungsbeschreibung oder verweisen Sie auf ein umfassendes Dokument (z. B. Angebot vom …).
  • Rechnungskorrektur: Rechnungen Ihres Lieferanten können Sie nachträglich nur dann korrigieren, wenn der Rechnungsaussteller das auch nachträglich bestätigt. Am besten lassen Sie sich gleich eine korrigierte Rechnung schicken.

Innergemeinschaftliche Umsätze

  • Bei Unternehmen mit Lieferanten aus EU-Ländern schauen die Betriebsprüfer noch genauer hin. Seit dem 1.1.2012 sind gesetzliche Änderungen in Kraft getreten.
  • Unternehmen, die Waren aus einem EU-Land beziehen und ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verwenden, können die Vorsteuer abziehen. Ein Vorsteuerabzug ist bei Dreiecksgeschäften jedoch nicht mehr möglich, z. B. dann, wenn ein deutsches Unternehmen Waren in Frankreich kauft und direkt an seine Kunden in Spanien liefern lässt.

Seit dem 1.1.2012 müssen Unternehmen ab einer Rechnungssumme von insgesamt 50.000 Euro pro Jahr (bisher 100.000 Euro) monatlich eine zusammenfassende Meldung über innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen an das Bundeszentralamt für Steuern übermitteln.

Veröffentlicht durch: Dipl. oec. Marco Reimann, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer

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