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Gesellschafterdarlehen bei einer GmbH

Gesellschafterdarlehen sind vor allem bei der GmbH eine beliebte Finanzierungsform (bei Personengesellschaften gelten sie als Einlagen, Rückzahlungen als Entnahmen). Gesellschafterdarlehen sind im Vergleich zur klassischen Erhöhung des Stammkapitals flexibel und schnell umsetzbar. Darlehensverträge zwischen den Gesellschaftern und ihrer GmbH müssen nicht notariell beurkundet werden, sie bedürfen noch nicht einmal der Schriftform.

Zinsen

Gesellschafterdarlehen werden steuerlich nur anerkannt, wenn ihre Konditionen einem Fremdvergleich standhalten. Vor allem die Zinssätze müssen marktüblich sein und je nach Laufzeitbindung immer wieder angepasst werden. Sind die Zinssätze höher als marktüblich, wird die Differenz als verdeckte Gewinnausschüttung behandelt. Zu niedrige Zinssätze haben dagegen keine steuerlichen Auswirkungen. Bei marktüblichen Konditionen stellen Gesellschafterdarlehen Fremdkapital dar. Die Darlehenszinsen werden bei der GmbH als Betriebsausgaben, beim darlehensgebenden Gesellschafter als Zinseinnahmen verbucht.

In der Ausnahmevorschrift des § 8a KSTG werden jedoch Grenzen der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Gesellschafterdarlehen gesetzt. Der Gesetzgeber möchte dadurch vermeiden, dass die Finanzierung durch körperschaftssteuersparende Gesellschafterdarlehen nicht zulasten der Eigenkapitalausstattung geht. Im Rahmen der Unternehmenssteuerreform 2008 ist mit dem § 4 h EStG eine weitere Zinsschranke hinzugekommen.
Erhält eine GmbH ein unverzinsliches Gesellschafterdarlehen, muss sie den Barwert (Present Value) des kalkulatorischen Zinsvorteils vom Nominalwert des Darlehens abziehen und als Ertrag versteuern. Besser ist es daher, zumindest eine Minimalverzinsung zu vereinbaren.

Rückzahlungsbeschränkungen, Haftung

Das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) hat die Rückzahlungsbeschränkungen von Gesellschafterdarlehen neu geregelt und vom GmbHG in die Insolvenzordnung (InsO) verlagert. Die Frage nach dem Eigenkapitalersatz des Gesellschafterdarlehens bei einer Gewährung im Krisenfall stellt sich nicht mehr. Nur im Insolvenzverfahren werden Gesellschafter mit ihren Darlehensforderungen als nachrangige Gläubiger behandelt. Sie dürften dadurch meist leer ausgehen.

Es geht dann sogar soweit, dass Zahlungen von der GmbH an die Gesellschafter, die in den letzten zwölf Monaten vor dem Insolvenzantrag erfolgt sind, zu erstatten sind. Darlehen von nicht geschäftsführenden Gesellschaftern, die nicht mehr als 10 Prozent der Anteile halten, sind davon ausgenommen.

Veröffentlicht durch: Dipl. oec. Marco Reimann, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer

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